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Vitamin C und E und die Wirkung von Sport

Montag, Mai 18th, 2009

Seit ca. 1 Woche kursiert eine Schlagzeile durch die online Presse:

Vitaminpillen bremsen positive Wirkung von Sport
z.B. http://de.news.yahoo.com/26/20090512/thl-vitaminpillen-bremsen-positive-wirku-7554d88.html

Die Studie, die diese Schlagzeile erzeugte, wird seitens des Autors Prof. M. Ristow als Argument dafür benutzt, von der Einnahme von Vitamin C und Vitamin E nach Sport abzuraten. Ja, sie suggeriert sogar implizit überhaupt die Anwendung von Anti-Oxidantien zu unterlassen, wie eine weitere Schlagzeile nahelegt:
„Nahrungsergänzungsmittel können Entstehung von Diabetes fördern“

Bevor ich auf verwirrende Details dieser Studie mit 39 Probanden kurz eingehe, lohnt sich ein vergleichender Blick auf zwei andere Studien ganz anderen Kalibers:

1605 Männer zwischen 42 und 60 Jahren wurden über einen Zeitraum von 5 Jahren (!) beobachtet.
Keiner von ihnen hatte bei Studienbeginn Zeichen einer Herzkrankheit. Männer mit Defiziten der Vitamin C Spiegel entwickelten im Zeitraum 3,5-mal so häufig Herzinfarkte wie diejenigen mit optimalen Plasma-Askorbinsäure-Konzentrationen (Nyyssonen, Parviainen et al, „Vitamin C deficiency and risk of myocardial infarction: prospective population study of men from eastern Finland“ in British Journal of Medicine 1997 Mar 1;314(7081):634-8).
Bei 19000 (!) Personen wurde die Plasma-Askorbinsäure (also Vitamin C Spiegel) in Relation zu den im Untersuchungszeitraum eingetretenen Todesfällen untersucht. Es zeigte sich, dass die Personen mit den niedrigsten Vitamin-C-Werten doppelt so häufig starben wie diejenigen mit den höchsten Werten (Khaw, Bingham, Welch et al, „Relation between plasma ascorbic acid and mortality in men and women in EPIC-Norfolk prospective study: a prospective population study. European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition“, Lancet 2001 Mar 3;357(9257):657-63)

Es bleibt angesichts dieser und vieler anderer Studien nichts anderes übrig als die Folgerung „Askorbinsäure – Vitamin C – ist gut.“

So, nun kommt also vor diesem Hintergrund und weiteren hunderten Studien, die die positive Wirkung der Anwendung von Antioxidantien zeigen, ein 41-jähriger deutscher Forscher aus Jena und suggeriert mit einigen Laborwerten von 39 (!) gesunden, jungen Männern, die über 4 Wochen (!) mal eben kurz aufgezeichnet wurden, dass die Einnahme von Vitamin C (Askorbinsäure) und E ‚möglicherweise‘ zu Diabetes führen könne. Das alles wohlgemerkt ohne einen einzigen Fall von Diabetes als „Folge“ der Einnahme von Vitamin C nachgewiesen zu haben. Die Studie ist bei genauerem Hinsehen so abstrus, dass man sich wirklich die Frage stellt, wer in Jena seit neuestem mal schnell zu Professorenstatus kommt und wer eigentlich dahinter steckt, wenn solch lächerliche Studienergebnisse tagelang Schlagzeilenstatus in online Portalen erhalten.

Die Hauptkritikpunkte sind:
1. Es wurden zu wenige und zu junge Probanden zu kurz beobachtet.
2. Die klinische Relevanz der erhobenen Daten ist fraglich, die Schlußfolgerungen des jungen Professors erfüllen den Tatbestand der Voreiligkeit um es vornehm zu formulieren.

Seine falsche Schlußfolgerung in die Tat umgesetzt, bedeutet nichts anderes als tausende überflüssige Herzinfarkte und vorzeitige Todesfälle zu provozieren.

Lassen Sie sich von solchen Schmalspurforschern nicht in die Irre führen!
Vitamin C ist gut für Sie – und das gilt immer.


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